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29.01.2011, 09:35 Uhr

LambdaNet Forum – Experten tauschen sich über neue Anforderungen für Rechenzentrums- und Netzbetreiber aus

Auf dem LamdbdaNet Forum, dem unabhängigen Treffen für Netzbetreiber und CIOs der Telekommunikations- und Internetbranche, diskutierte die Teilnehmer über Optimierungsansätze beim Rechenzentrumsbetrieb, alternative Datacenter-Modelle und effizientere Infrastrukturen beim Netzbetrieb. Prof. Dr. Jens Böcker von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg stellte zu Beginn der Veranstaltung fest, dass die TK-Branche zwar wächst, sich aber nicht so schnell wie die IT-Branche erholt. Zudem ändern sich die Anforderungen an TK-Anbieter: Mobilfunk und Festnetz machten 2006 noch 70% des Umsatzes aus, mit der anhaltenden fallenden Tendenz werden es 2013 nur noch 50% sein, während der TK-Markt insgesamt aber stagniert.

Abbildung 1: Prof. Dr. Jens Böcker (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) zeigte den Zuhörern eine Schätzung des Bitkom, nachdem der TK-Markt stagniert während der Voiceumsatz sinkt.

Die von Unternehmen des Mittelstands am häufigsten angefragten Dienste sind nach einer eigenen Umfrage Server-Virtualisierung, Desktop-Virtualisierung und VoIP-Dienste. Als großen Wachstumstreiber nannte Uwe Knoke von LambdaNet auch das IPTV/Web TV, die Verschmelzung von Internet und Fernsehen wird die Netzbetreiber vor neue Herausforderungen stellen. Genau wie beim Cloud Computing, dass seinen Hype durch die vielen beliebten kostenlosen Apps erfährt, tritt hier im Gegensatz zu früher der Endverbraucher als entscheidende Antriebskraft auf, bemerkte Bernd Becker von der EuroCloud. Sven Hustedt von der Axians NK Networks & Services sieht im Zusammenhang des Cloud Computing ISP und Webhoster in ihren Geschäftsfeldern näher zusammenrücken, vor allem ISP werden zukünftig vermehrt Content anbieten müssen.

Porsche oder Golf 1 Datenpaket? Forum diskutiert die Netzneutralität

Die immer häufiger auftretende Frage der Netzneutralität wurde vom Forum in einer Paneldiskussion erörtert. Soll die Zustellung von Daten nach Bezahl-Klassen erfolgen und der Internetverkehr gesteuert werden? Dean Ceulic vom eco erläuterte den Zuhörern dabei das „best-effort“-Prinzip der Datenzustellung, die grundsätzliche Dienste- und Applikationsneutralität des Internets und verwies auf die gelebte Trennung von Netz und Diensten. Andreas Sturm vom DE-CIX musste gewisse Kapazitätsengpässe auf den Hauptrouten einräumen, sieht jedoch keinen Druck im Backbone Bereich. Er sieht gewisse Gefahren, wenn einige wenige Konzerne das eigentliche freie Internet unter ihrer Kontrolle haben.

Abbildung 2: Podiumsdiskussion zum Thema Netzneutralität mit Prof. Dr. Jens Böcker,  Andreas Sturm (DE-CIX), Dean Ceulic (eco) und Thomas Grob (Deutsche Telekom).

Thomas Grob von der Deutschen Telekom hält ein Zahlungsmodell für eine mögliche Lösung. „Es geht dabei aber nicht um eine Zensur, wie es manchmal fälschlicherweise angenommen wird. Es ist doch wie auf einer Autobahn: Ein Porsche fährt nun mal schneller als ein alter Golf, deswegen regt sich auch keiner auf, wenn er teurer ist. Entscheidend ist aber, alle Datenpakete kommen auch an.“ Er könnte sich zum Beispiel drei unterschiedliche Qualitätsstufen 1. best-effort 2. multimedia/interactive und 3. business critical vorstellen. Präventive Regulierungsmaßnahmen seinen nicht notwendig. Die Angst vor möglichen wettbewerbsregulierenden Zusammenschlüssen oder das Sperren von Anwendungen durch ITK-Anbieter äußersten dennoch einige Zuhörer.

Neue Rechenzentrums-Lösungen: Multi-Tier und Container

Mehrere Vorträge auf dem LambdaNet Forum drehten sich um die Wirtschaftlichkeit beim Rechenzentrumsbetrieb, sei es durch Optimierungen der Infrastruktur, eine konsequentere Analyse der Verfügbarkeits-Anforderungen oder einen modularen Ausbau. Uwe Knoke von LambdaNet stellte das Multi-Tier Hybrid Design als zukunftsweisende Lösung vor, das eine Alternative zum Betrieb eines kostspieligen Rechenzentrums mit Tier 3 oder Tier 4 Standards darstellt. Virtualisierung und Clustering machen es möglich, verschiedene Komponente je nach ihren Anforderungen auf unterschiedliche Tier-Klassen zu verteilen. Dieses Multi-Tier Design kann ein Betreiber wie LambdaNet dabei in einem Gebäude realisieren, in denen autarke T2 oder T3 Einheiten stehen. In hybrider Form werden hierfür mehrere Rechenzentren, möglichweise an verschiedenen Standorten genutzt. So birgt das Multi-Tier Design eine höhere Effizienz für Nutzer und Betreiber bei gleichzeitigen Kostenvorteilen.

Abbildung 3: Uwe Knoke von LambdaNet stelle das Multi-Tier Hybrid Design vor.

Zwar fallen hierfür Anbindungskosten an, doch die Ersparnis von Betriebskosten eines eigenen T3 oder T4 Rechenzentrums ist enorm. ISP könnten mit diesem Lösungsansatz ein eigenes T2 Rechenzentrum betreiben, und für spezielle Kunden mit kritischen Geschäftsanwendungen eine zusätzliche T3 oder T4 Einheit anmieten. Das Vorstandsmitglied der LambdaNet Communications Deutschland AG räumte ein, dass hier noch ein Umdenken in den Köpfen stattfinden muss, dass die Anwendung deshalb mindestens ebenso sicher laufen. Zudem bringt die Verteilung auch Vorteile, wie er vorrechnete. Zwei einzelne, voneinander unabhängige Tier 2 Rechenzentrumseinheiten erreichen zusammen die gleiche Ausfallsicherheit wie ein Tier 4 Datacenter, zu deutlich niedrigeren Kosten.

Ausblick: Was erwartet die Rechenzentrumsbetreiber?

Béla Waldhauser stellt den Interessierten in seinem Vortrag einen Containerpark als alternatives Rechenzentrumsmodell vor, wie es unter anderem bereits von Microsoft getestet wird. Aufgrund der großen Zahl an Servern werden diese vorkonfiguriert in Containern samt vollständiger Infrastruktur geliefert. Diese plug & play Lösung mit jeweils eigenen Anschlüssen für Strom, Wasser und Dateninfrastruktur können in Parks sogar unter freiem Himmel arrangiert werden, möglicherweise ein Modell der Zukunft.

Abbildung 4: Sehen so die Rechenzentren der Zukunft aus? Dr. Béla Waldhauser erläuterte den Containerpark als mögliches Modell.

Außerdem sieht er die Hardware-Hersteller am Zug um effizientere Systeme zu entwickeln, in 10 Jahren könnten aufwendige Kühlungen dann der Vergangenheit angehören. Mittelfristig erwartet er, dass auch in Deutschland ein Gesetz zur Regulierung des Carbon-Ausstoßes für Rechenzentrumsbetreiber greifen wird, wie es bereits in Großbritannien der Fall ist.

Fotos vom LambdaNet Forum sehen Sie in unserer Facebook-Galerie.