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13.04.2011, 16:25 Uhr

Schweizer Hoster nach Urteil des BAKOM wieder im Recht – Switch betreibt unlauteren Wettbewerb

Im Streit zwischen der Vergabestelle Switch und Schweizer Hostern vermelden die Hoster erste Erfolge – eine Einigung ist jedoch noch nicht in Sicht. Nachdem die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) Anfang März sämtliche Untersuchungen gegen den Domainverwalter Switch und seine Geschäftsbeziehung zur Tochterfirma switchplus eingestellt hatte, dreht das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) den Spieß nun um. Mit sofortiger Wirkung verfügt das BAKOM einschneidende Maßnahmen gegen Switch, um eine weitere Bevorzugung von switchplus gegenüber anderen Hosting-Providern zu unterbinden.

Die Hoster werfen der für die Vergabe von .ch- und .li-Domains verantwortlichen Switch vor, der eigenen Tochterfirma unrechtmäßig Vorteile bei der Domain-Vergabe einzuräumen. Einen unlauteren Wettbewerb sehen sie unter anderem darin, dass auf der Internetseite der Vergabestelle für die Tochterfirma switchplus exklusive Werbung geschaltet wird.

Switch muss Verträge und Leistungen an switchplus offen legen

Das BAKOM hat nun in der Verfügung vom 11. April entschieden, das die halbstaatliche Stiftung Swtich der kommerziellen Tochterfirma nur noch Leistungen zur Verfügung stellen darf, die auch deren Konkurrenten zur Verfügung stehen. Unter anderem muss also die bevorzugte Behandlung von switchplus durch exklusive Werbung auf der Switch-Website beendet werden.

Als weitere Maßnahme legte das BAKOM fest, dass Switch ihm sämtliche Verträge mit switchplus offenlegen muss, wenn sie Bezug zur Registrierung und Verwaltung von Domains haben. Zudem müssen sämtliche Kosten für Leistungen an switchplus rückwirkend ab dem Rechnungsjahr 2010 jährlich in einer separaten Kostenrechnung gegenüber dem BAKOM ausgewiesen werden. Die Switch muss nun auch eine Liste der Leistungen erstellen, die sie sowohl ihrer Tochterfirma als auch deren Mitbewerbern zukünftig anbieten will. Die Liste muss Switch bei der BAKOM vorlegen und sie parallel veröffentlichen.

„Nach zwei Jahren im Kampf gegen diesen Missbrauch der Marktmacht von Switch beim Markteintritt der Tochterfirma switchplus ist die Entscheidung des BAKOM endlich ein Erfolg für uns Hoster“, freut sich Claudius Röllin von Hostpoint. „Seit 2009 verweisen wir auf die Unzulässigkeit der alleinigen Werbung für switchplus, endlich bestätigt die Aufsichtsbehörde uns diese Ansicht.“  Die Monopolstellung der staatlichen Switch bei der Domainvergabe sichert der kommerziellen Tochterfirma bei geschickter Platzierung nämlich im gleichen Atemzug auch Kundebeziehungen, finanzielle Mittel für Werbekampagnen, personelle Ressourcen und IT Infrastruktur, beklagen die Schweizer Mitbewerber.

Abbildung 1: Die exklusive Werbung auf der Website der Switch muss nach der BAKOM-Entscheidung ein Ende haben. Noch wird switchplus Besuchern der Switch-Website in zentraler Position als „direkter Weg zu Ihrer Internet Adresse“ empfohlen, innerhalb von 30 Tagen muss jede werbliche Bevorzugung jedoch verschwinden. (Quelle: Switch)

Trotz Verfügung und Aufsichtsbeschwerde gegen WEKO:
Tochter switchplus bleibt unbeeindruckt

Unabhängig von der aktuellen BAKOM-Entscheidung wehrt sich die Gruppe der elf Hosting-Provider dennoch gegen die Einstellung der WEKO-Untersuchung. Dazu wurde am 28. März eine Aufsichtsbeschwerde gegen die WEKO eingereicht. Nach Ansicht der Hoster wurde der der Tatbestand von der WEKO nur unzulänglich untersucht und dabei nicht nachvollziehbare Schlüsse gezogen. Eine erneute Entscheidung steht hier noch aus.

Die Switch-Tochterfirma switchplus zeigt sich von all dem unbeeindruckt. Sie titelt im Logo der eigenen Website weiter mit „Internet Services by SWITCH“ und konzentriert sich auf die Kundengewinnung und -bindung. Dazu soll unter anderem das kostenlose HomePageTool vom Kooperationspartner Yola beitragen. Das Browser-basierte Tool ermöglicht den switchplus-Kunden die einfache Homepage-Erstellung per Mausklick, samt integrieren Social-Media-Plugins und sogar Shop-Lösungen mit Zahlungsanbindung.

Außerdem bietet der Provider neu ein Content Management System (CMS) von Contrexx, das speziell auf die Bedürfnisse von KMU, Vereinen und Gemeinden zugeschnitten ist. Geschäftsführer Wolfram Schmidt lässt sich von dem andauernden Streit nicht aus der Ruhe bringen, sondern fokussiert sich auf den Geschäftsbereich der switchplus: “Wie Sie sehen, lassen wir uns in den Anstrengungen nicht beirren, unsere Kunden bei ihrem Internet-Auftritt zu unterstützen, und sehen uns durch unsere Erfolge und das positive Feedback bestätigt.”